Geben wir im spirituellen Leben das äußere Leben auf?

Sri Chinmoy: Wenn wir das spirituelle Leben im wahren Sinn des Wortes annehmen, geben wir die Welt nicht auf und versuchen auch nicht, der Welt zu entfliehen. Wir nehmen die Welt an und versuchen, die Welt auf göttliche Weise zu erfüllen, auf die Weise, wie Gott es will. Ich bin nicht einverstanden mit denen, die behaupten, Gott sei nur im Himmel und nirgendwo anders. Gott ist im Himmel, aber Gott ist auch auf Erden. Der Schöpfer kann niemals von Seiner Schöpfung getrennt sein. Die Welt, in der wir leben, ist Seine Schöpfung. Er ist hier. Er weilt in allen Dingen.
Wir müssen die Welt annehmen wie sie ist. Wie können wir etwas verwandeln, wenn wir es nicht zuvor annehmen? Wie kann ein Töpfer ein Gefäß herstellen, ohne den Tonklumpen anzufassen? Dieser Tonklumpen ist die Welt. Wir müssen das Antlitz der Welt verwandeln, indem wir uns dem Göttlichen in der Menschheit hingeben.
Glaube nicht, dass du nur an dich selbst denkst und nicht an die übrige Menschheit, wenn du zu Gott betest oder auf Gott meditierst. Wenn du zum Fuß des Schöpfungsbaumes gehst, wirst du sehen, dass Gott die Wurzel ist. Wenn du die Wurzel des Baumes gießt, wird der Schöpfungsbaum so wachsen, wie das göttliche Gesetz es will. Die Zuwendung, die du der Wurzel des Baumes - Gott - schenkst, wird alle Äste und Zweige nähren, die dann im Einklang mit Gottes Vollkommenheit leben werden.