Über Sri Chinmoy

Sri Chinmoy - ein Meister über Freude und Meditation.

Sri Chinmoy

Sri Chinmoy war ein Meister über Freude und Meditation - Sri Chinmoy war einer der großen spirituellen Lehrer unserer Zeit. Doch obwohl Sri Chinmoy am 11. Oktober 2007 seinen physischen Körper verlassen hat, ist Sri Chinmoy, wie jeder echte innere Lehrer, nach wie vor präsent und kann von jedem aufrichtigen Sucher in der Meditation erfahren werden. Seit Jahrtausenden machen spirituelle Menschen immer wieder diese Erfahrung, dass nach dem Tod eines wahren Meditationsmeisters dessen innere Kraft und Stärke nach wie vor gespürt werden kann. Oder sogar mehr als je zuvor erfahrbar wird, da er nun nicht mehr durch die begrenzende Hülle des irdischen Körpers in seinem Wirken eingeschränkt wird. Und auch der große spirituelle Lehrer Sri Chinmoy macht an dieser Stelle keine Ausnahme - ganz im Gegenteil! Doch wie kann sich der Einzelne der tiefen Meditation des Meisters Sri Chinmoy nähern? Vor allem durch die Gefühle des tiefen Glücks und der intensiven Freude, die auch Sri Chinmoys Leben selbst kennzeichneten. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde in der nachfolgenden, kurzen Biographie die Gegenwartsform beibehalten. Denn in Wahrheit gibt es nur dieses ewige Jetzt, welches reinste Freude ist - der Ursprung und die Quelle allen Lebens.

Herkunft.

Sri Chinmoy (Chinmoy Kumar Ghose) wurde am 27. August 1931 in Bengalen, im heutigen Bangladesch geboren. Damals war Bengalen noch eine Provinz Indiens. Sri Chinmoy war das jüngste von sieben Kindern. Sein Vater hieß Shashi Kumar Ghose. Dieser hatte eine leitende Stellung bei der indischen Bahn inne und gründete in späteren Jahren eine kleine Bank. Die Mutter hörte auf den Namen Yogamaya Bishwas und war eine besonders würdevolle Frau, die stets um das Wohl ihrer sieben Schützlinge besorgt war.
Gemäß des Geburtshoroskops wurde der junge Chinmoy zuerst Ganapati genannt. Ganapati, der Elefantengott und Sohn des mächtigen Gottes Shiva, hilft alle Hürden im Leben eines Menschen zu überwinden, seien sie nun irdischer oder spiritueller Natur. Aus diesem Grund kommt ihm in der indischen Philosophie auch eine besondere Wertschätzung zu und sein Name wird bei jedem spirituellen Ritual immer zuerst genannt. Der Kosename Chinmoys lautete jedoch Madal, was soviel wie kleine Trommel bedeutet, da er immer sehr enthusiastisch und neugierig war. Denn nichts war vor ihm wirklich sicher und hin und wieder ging auch das ein oder andere zu Bruch, was eine Tante befürchten ließ, der kleine Madal könne einmal den völligen Niedergang der Familie herbei führen.

Kindheit.

Im Lauf der Jahre hat Sri Chinmoy viele Geschichten aus seiner Kindheit erzählt, die stets ihren ganz eigenen zarten Charme besitzen. Ausgehend von seinem Geburtsdorf Shakpura erstrecken sich diese Geschichten auf die ganze Umgebung bis hin zur Großstadt Chittagong. Sie beinhalten sowohl das bunte Dorfleben, als auch die genaue Beschreibung vieler Familienmitglieder mit denen Sri Chinmoy im Laufe der Zeit in Berührung kam. Einmal abgesehen von der Person Sri Chinmoys geben sie einen sehr interessanten Eindruck vom damaligen Indien mit seinem ursprünglichen und spirituell-religiös geprägten Charakter. Sehr erheiternd ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass Sri Chinmoys Geschwister, ganz im Gegenteil zu ihrem kleinen lebhaften Bruder, allesamt sehr introvertiert und in sich gekehrt waren. Das ausgerechnet dieser jüngste Bruder später einmal zu einem der großen spirituellen Meister unserer Zeit werden sollte, gehört wohl zu den unzähligen amüsanten Geschichten in Gottes kosmischem Spiel, Seinem göttlichen Lila.

Sri Chinmoys Eintritt in einen Ashram.

Sehr früh würde aus Madal oder Chinmoy, wie er mittlerweile genannt wurde, ein Vollwaise, da beide Elternteile krankheitsbedingt in kurzem Zeitabstand voneinander verstorben waren. Aus diesem Grund traten Chinmoy und alle seine Geschwister dem Sri Aurobindo Ashram in Pondicherry, Südindien bei, zu dem die Familie Ghose bereits über die Jahre hinweg eine intensive Beziehung aufgebaut hatte. Nicht zuletzt deshalb, weil zwei der ältesten Söhne mit Namen Hriday und Chitta diesen Ashram mittlerweile aus eigener Erfahrung gut kannten. Zudem hatte die Mutter des Ashrams, Mira Alfassa, der Mutter Sri Chinmoys, Yogamaya, bei einem ihrer Besuche bereits versprochen, einmal alle ihre Kinder im Ashram aufzunehmen. Bei einem dieser frühen Besuche hatte der junge Madal auch seinen späteren Namen Chinmoy erhalten, der übersetzt „Erfüllt von göttlichem Bewusstsein bedeutet". Ein Bruder Sri Chinmoys, Chitta Ranjan Ghose, erinnert sich:

Wie Sri Chinmoy zu seinem Namen kam.

„Im Jahr 1936, als wir den Sri Aurobindo Ashram besuchten, fragte der Sekretär des Ashrams Nolini Kanta Gupta nach Madals richtigem Namen, da letzterer ja eigentlich nur ein Kosename war. Ich war ein wenig verwirrt. Welch passenden Namen könnten wir unserem jüngsten Bruder geben? Der Name unseres ältesten Bruders ist Hriday Ranjan. Mein Name ist Chitta Ranjan. Der Name meines jüngeren Bruders ist Manoranjan. Da kam ich auf den Namen Prana Ranjan als richtigen Namen für Madal, aber irgendwie stellte dies mein Herz nicht zufrieden.
Plötzlich hörte ich eine innere Botschaft. Eine göttliche Stimme hallte und widerhallte in meinem Herzen: „Chinmoy, Chinmoy!" Mein menschlicher Verstand hätte niemals geglaubt, dass dieser Name eines Tages von zahllosen Wahrheits-Suchern und Gott-Liebenden rund um die Welt angenommen, geliebt und verehrt werden würde."

Beginn seines spirituellen Lebens.

Dadurch, dass er dem Ashram beigetreten war, wurde in Sri Chinmoy auch der innere Drang nach dem Göttlichen und seine verborgenen inneren spirituellen Qualitäten geweckt. Er fühlte von nun an eine starke Notwendigkeit, Gott zu erkennen und auf dem mystischen Pfad wirklich voran zu schreiten. Und schon ziemlich bald begann er deshalb, viele Stunden am Tag zu meditieren und sich somit seinem Ziel Schritt für Schritt zu nähern. Vor allem nachts, wenn das Ashramleben schlief und ihm somit ausreichend Zeit für diese innere Beschäftigung blieb.
Und bereits im zarten Alter von 13 Jahren erreichte Sri Chinmoy den Zustand der Gottverwirklichung und konnte somit von da an viele Stunden in einem tranceartigen Zustand verbringen, in der indischen Spiritualität auch Samadhi genannt. So kam es auch zu folgender Begebenheit, die Sri Chinmoys Leben gravierend verändern und ihn bereits auf seine bedeutende Zukunft vorbereiten sollte:

Eine prägende Erfahrung.

Der Ashram in Pondicherry lag nur einen Steinwurf vom indischen Ozean, der Bucht von Bengalen entfernt. Jenem gewaltigen Meer, das sich über Tausende von Kilometern erstreckt. Von hier aus konnte besonders gut der gesamte Küstenstreifen überblickt werden. Unzählige kleine und große Wellen tanzten auf dem tiefblauen und unermesslich weiten Ozean und gaben dem Betrachter ein tiefes Gefühl von Frieden und Grenzenlosigkeit. Wohl nicht zuletzt aus diesem Grund kam Chinmoy oft und gerne hierher, um einmal ganz für sich alleine zu sein und vollständig und ungestört in die Tiefen der Meditation eintauchen zu können. So saß er also oft am Ufer und blickte auf das Spiel des Wassers und Windes und versenkte sich in sich selbst. Er liebte diese Einsamkeit und die große unermessliche Weite des blauen Meeres. Und obwohl erst 13 Jahre alt, war er dennoch bereits ein vollkommener Meister der inneren Welten. Er hatte in diesem zarten Alter seine innere Verwirklichung zurückerlangt und konnte daher völlig mit den gewaltigen Wassern des Ozeans verschmelzen. So auch eines Tages... .

Sri Chinmoy beschreibt eine tiefe, mystische Erfahrung.

„Wann immer ich die Gelegenheit dazu hatte, flüchtete ich mich an das Ufer des ewig blauen Meeres und nahm dort in der Einsamkeit meinen Sitz ein. Mein Bewusstseins-Vogel erhob sich langsam steigend zum Himmel und verlor sich dort oben. Bei einer solchen Gelegenheit - es war eine Vollmondnacht - fand ich nur ein Meer von süßem und erhabenem Licht, als ich in den blau-weißen Horizont schaute. Alles war in einen unendlichen Ozean von Licht eingetaucht, das liebevoll auf den süßen Wellen spielte. Mein endliches Bewusstsein war voller Durst nach dem Unendlichen und Unsterblichen. Ich trank tief von dem Ambrosia und trieb auf einem erleuchteten Ozean. Es schien, als ob ich nicht länger auf dieser Erde existierte."

Die mystische Erfahrung wird abrupt unterbrochen.

„Ganz plötzlich - ich weiß nicht warum und wie - beendete etwas meinen süßen Traum. Der Luft entströmte nicht weiter ihre honigartige unsterbliche Seligkeit, denn meine eigenen Gedanken kamen zum Vorschein: „Nutzlos, alles ist nutzlos. Es besteht keine Hoffnung, hier auf Erden eine göttliche Welt zu schaffen. Das ist bloß ein kindischer Traum." Ich fühlte auch, dass ich nicht einmal mein eigenes Leben fortsetzen könnte. Es schien nichts als eine dornige Wüste zu sein, übersät von endlosen Schwierigkeiten. Warum soll ich hier auf Erden diese unerträglichen Schmerzen und Leiden ertragen? Ich bin der Sohn des Unendlichen. Ich muss Freiheit haben, ich muss die Ekstase des Paradieses haben. Diese Ekstase wohnt in mir. Warum sollte ich dann diese sterbliche Welt nicht verlassen, um in mein ewiges Zuhause im Himmel zurück zu kehren?
Ein plötzlicher Lichtblitz erschien über meinem Kopf. Als ich voller Ehrfurcht und Erstaunen aufschaute, fand ich meinen Geliebten, den König des Universums, wie Er mich anschaute. Sein strahlendes Gesicht war voller Sorge. „Vater", fragte ich ihn, „was macht Dein Gesicht so traurig?"

Konversation mit dem höchsten Göttlichen.

„Wie kann ich glücklich sein, mein Sohn, wenn du nicht Mein Gefährte sein und Mir in Meiner Mission helfen willst? Ich habe in der Welt Millionen von Plänen verborgen, die Ich in die Wirklichkeit geben möchte. Doch wie kann Ich Meine Göttliche Manifestation hier auf der Erde vollbringen, wenn Mir Meine Kinder in Meinem Spiel nicht helfen?"
Tief berührt verbeugte ich mich und sprach: „Vater, ich werde Dein treuer Gefährte sein, liebend und aufrichtig, in alle Ewigkeit. Forme mich und mache mich meiner Rolle in Deinem Kosmischen Spiel und in Deiner Göttlichen Manifestation würdig!"

Sri Chinmoys anfängliche Schwierigkeiten nach hohen, spirituellen Erfahrungen.

Oft vergaß Sri Chinmoy nach seinen tiefsten mystischen Erfahrungen sogar seinen eigenen Namen, seine Herkunft und Identität. In solch großem Ausmaß hatte er Teil am gigantischen transzendentalen Bewusstsein gehabt. Glücklicherweise, wie Sri Chinmoy später einmal selbst betonte, hatte er aber enge spirituelle Freunde, die ihm in diesen Situationen halfen und damit einen großen Dienst erwiesen.

Sportliche und künstlerische Ursprünge.

Darüber hinaus war Sri Chinmoy aber auch im „äußeren" Ashramleben zuhause. Er wurde mit der Zeit ein ausgezeichneter Leichtathlet und war vor allem im 100-Meter-Sprint und im Zehnkampf sehr erfolgreich. Unglaubliche 17 Mal hintereinander ging er beim Sportfest im 100-Meter-Sprint als Sieger vom Platz, was ihm den Nimbus der Unbesiegbarkeit einbrachte.
Aber auch in künstlerischen Bereichen wie Dichtung, Schreibkunst, Malerei und Musik war Sri Chinmoy sehr aktiv. Bereits in sehr jungen Jahren wurde deshalb sein außergewöhnliches Talent gerade in der Dichtkunst sichtbar, was auch sehr schön in folgendem Gedicht, seinem erst dritten in englischer Sprache überhaupt, gut zum Vorschein kommt:

Eines der frühen Gedichte.

Im Höchsten (The Absolute)

„Mein Dasein trübt nicht Form, nur noch Verstehen, da Wille und Gedanken ganz erloschen sind;
Am Ziel der Tanz, der Tanz der Allnatur, am Ziel der Suche ich mich find.

Von höchster Seligkeit durchtränkt erstreckt es sich – von niemandem gewusst;
Hier sammle Ruh ich, lang ersehnt, und bin des Einen Antlitz mir bewusst.

Durchschritten sind die Pfade stillen Lebens, das Ziel nun selbst ist mein Gewinn;
Gewonnen auch unwandelbare Wahrheit, ich bin der Weg, Gottseele, Sinn.

Mein Geist erschwang die Höhen aller Höhen, der Sonne Herzen ist mein stummer Hort;
Bewegt durch nichts in Zeit und Ort – mein kosmisch Spiel vollendet ist gesehen."

Der berufliche Werdegang Sri Chinmoys.

Beruflich hatte Sri Chinmoy in vielen, größtenteils handwerklichen Bereichen des Ashrams gearbeitet, bis ihn der Ashram-Sekretär Nolini Kanta Gupta zu seinem persönlichen Sekretär machte. Dies war ein erneuter Wendepunkt in Sri Chinmoy facettenreichem Leben. Denn von nun an beschäftigte er sich sehr stark mit dem weiten Feld der Literatur, da sein nun direkter Vorgesetzter Nolini Kanta Gupta zu den bedeutendsten Schriftstellern Indiens zählte. So bestand Sri Chinmoys neuer Aufgabenbereich unter anderem im Ordnen und Übersetzen Nolini Kanta Guptas Texte vom originalen Bengali ins Englische. Ein weiterer Schritt der Vorbereitung für Sri Chinmoys späteres, teilweise sehr literarisches Wirken im Westen.

Wirken als Spiritueller Meister.

Heute ist Sri Chinmoy spiritueller Leiter von mehr als 350 Meditationszentren rund um die Welt. Er lehrt einen Weg des Herzens als einfachsten Weg, um schnellen spirituellen Fortschritt zu machen. Indem der Sucher auf sein Herz meditiert, kann er seinen eigenen Schatz des Friedens, der Freude, des Lichts und der Liebe entdecken. Die Rolle des spirituellen Meisters sieht Sri Chinmoy darin, dem Sucher zu helfen, die inneren Reichtümer, die sein Leben erleuchten können, zum Vorschein zu bringen. Er unterweist seine Schüler im inneren Leben und hebt ihr Bewusstsein nicht nur weit über ihre Erwartungen, sondern sogar weit über ihre Vorstellung hinaus. Im Gegenzug bittet er seine Schüler, regelmäßig zu meditieren und zu versuchen, die inneren Fähigkeiten zu vervollkommen, die er in ihnen zum Vorschein bringt.

Sri Chinmoys Philosophie.

Sri Chinmoy lehrt, dass für einen Sucher Liebe der direkteste Weg ist, sich dem Supreme - Gott - zu nähern. Wenn ein Kind Liebe für seinen Vater spürt, ist es ihm nicht wichtig, wie großartig der Vater in den Augen der Welt ist. Das Kind spürt durch seine Liebe nur sein Einssein mit seinem Vater und seinen Besitztümern. Wenn wir uns dem Supreme so nähern, fühlen wir, dass der Supreme und Seine Ewigkeit, Unendlichkeit und Unsterblichkeit dem Sucher gehören. Die Philosophie der Liebe drückt nach Meinung Sri Chinmoys die tiefste Verbindung zwischen dem Menschen und Gott aus, die beide Aspekte des gleichen vereinten Bewusstseins sind. Im Spiel des Lebens erfüllt sich der Mensch im Supreme, indem er Gott in seinem eigenen höchsten Selbst verwirklicht. Der Supreme offenbart Sich durch den Menschen, der Ihm als Instrument für die Transformation und Vervollkommnung der Welt dient.

Selbstloser Dienst.

Nach alter indischer Tradition verlangt Sri Chinmoy für seine spirituelle Unterweisung kein Geld. Auch seine Konzerte und öffentlichen Meditationen sind stets kostenlos. Seine einzige Gebühr, so sagt er, ist der aufrichtige „innere Schrei", d.h. die innere Sehnsucht des Suchers. Er kümmert sich um jeden Einzelnen seiner Schüler und wenn er einen Schüler annimmt, übernimmt er die Verantwortung für den inneren Fortschritt des Schülers. In New York meditiert Sri Chinmoy mehrmals wöchentlich persönlich mit seinen Schülern und bietet regelmäßig wöchentliche Meditationen für die Öffentlichkeit an. Schüler, die in anderen Teilen der Welt leben, sehen Sri Chinmoy bei internationalen Treffen, die zwei bis dreimal im Jahr in New York stattfinden oder wenn Sri Chinmoy ihre jeweiligen Städte und Länder besucht. Sie erfahren, dass die innere Verbindung zwischen Meister und Schüler unabhängig von geographischen Entfernungen ist.
Sri Chinmoy nimmt Schüler aller Entwicklungsstufen an, vom Anfänger zum fortgeschrittenen Sucher und führt sie liebevoll auf der inneren wie auf der äußeren Ebene, je nach ihren persönlichen Bedürfnissen.

Sri Chinmoys großes künstlerisches Werk.

Durch sein aktives, dynamisches Leben zeigt Sri Chinmoy, dass Spiritualität keine Flucht vor der Welt bedeutet, sondern die Welt annimmt, um sie zu transformieren. So hat er über 1550 Bücher veröffentlicht, darunter Theaterstücke, Gedichte, Geschichten, Essays und Kommentare, sowie Fragen und Antworten zu den verschiedensten Aspekten der Spiritualität. Er hat mehrere Tausend Zeichnungen gemalt, die in zahlreichen Ausstellungen weltweit zu sehen waren und über 21.000 Lieder komponiert. 777 Meditationskonzerte in aller Welt hat Sri Chinmoy gegeben, bei denen er seine eigenen Kompositionen auf einer Vielzahl östlicher und westlicher Instrumente spielt.

Die Vogel-Zeichnungen.

Sri ChinmoysVogelzeichnungen

Es war der Dezember des Jahres 1991. In dieser dunkelsten Zeit des Jahres begann der Meditationsmeister, Autor und Künstler Sri Chinmoy mit einem äußerst ungewöhnlichen und umfangreichen Projekt: Er fing damit an, Vögel zu skizzieren. Seit jenem Dezembertag hat der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy nahezu 16 Millionen dieser beinahe impressionistisch wirkenden Zeichnungen geschaffen. Sie wurden, über die Jahre hinweg, bereits in vielen bedeutenden Galerien der Welt ausgestellt. Unter anderem in einem Gebäude von Frankreichs bekanntestem und bedeutendstem Museum, dem Carrousel du Louvre in Paris. Für den Maler Sri Chinmoy bedeuten diese Vogel-Skizzierungen die Freiheit des Menschens und seiner unbegrenzten Seele. Und obwohl diese Unbegrenztheit oft nur angedeutet wird, so scheinen sich doch die Schwingen der unzähligen Vögel in den Himmel der vollkommenen Losgelöstheit hinauf zu bewegen.

Facettenreichtum.

Sri Chinmoy hat im Laufe der Jahre seinen ganz eigenen kreativen Genius im Erschaffen immer wieder neuer Vogel-Skizzierungen entwickelt. Er folgt dabei keinem vorgeformten oder unterschwelligen Muster, sondern arbeitet spontan und vollkommen frei. Auf diese Weise entstanden mit der Zeit wahre Meisterwerke an Formen, Farbenreichtum und Vielfalt, die in der Welt der Malerei wohl nur äußerst selten anzutreffen sind.

Sri Chinmoys Vogel-Skizzierungen und der Atem des Zen.

Der Zen-Kunst ähnlich und vielleicht mit dieser am ehesten verwandt, wird bei Sri Chinmoys Bilderkunst nichts im Nachhinein abgeändert oder retuschiert. Es ist eine künstlerische Freiheit, die dem endlosen, weiten Himmel selbst zu entspringen scheint, so wie auch die Vögel, die das auserwählte Motiv Sri Chinmoys sind. Auf diese Weise entstanden im Zeitraum von fast 16 Jahren kleine, mittlere, große und manchmal sogar gigantisch anmaßende Bildnisse, welche die Grenzenlosigkeit der menschlichen Existenz mit unzähligen Formen und Farben zu beschreiben versuchen. Und immer sind es die Umrisse von Vögeln die im Mittelpunkt stehen, oft nur angedeutet aber dennoch ausdrucksstark die menschliche Sehnsucht nach ewiger Losgelöstheit symbolisierend.

Die einzigartige Vögel-Armada.

Bereits zu Beginn des Jahres 1994 hatte Sri Chinmoy sein einmillionstes Bildnis eines Seelen-Vogels, wie er seine Kreationen selbst nennt, fertig gestellt. Nur etwas mehr als zwei Jahre nach Beginn seiner neuen schöpferischen Arbeit! Diese Bilder wurden noch im Frühjahr des gleichen Jahres in Ottawa, Kanada, einem interessierten Publikum vorgestellt. Und von da an nahm Sri Chinmoys kreativer Genius immer drastischere Züge an, was dazu führte, dass er in der ersten Hälfte des gleichen Jahres weitere zwei Millionen Seelenbilder vervollständigte. Und damit nicht genug. Bis zu seinem Tod hat Sri Chinmoy die unglaubliche Anzahl von fast 16 Millionen solcher Bildnisse der inneren Freiheit geschaffen und damit ganz neue Akzente in der Kunst der Malerei gesetzt! Zumindest bezogen auf das von ihm gewählte Motiv des Vogels, sowie bedingt durch die Tatsache, dass wohl kein Künstler vor ihm, ein- und dasselbe Motiv in millionenfacher Anzahl für seine schöpferischen Tätigkeiten gebraucht hat.

Sri Chinmoy und seine Vogel-Skizzierungen in eigenen Worten.

„Wenn Vögel im Himmel fliegen erinnern sie uns an die Seele, die jeder von uns verkörpert. Meine Seele, deine Seele, jedermanns Seele hat ihren Ursprung im Himmel. Wenn wir also an diese Vögel denken, erwacht in uns die Sehnsucht zu unserer Quelle zurück zu kehren.”

Ein Meister des geschriebenen Wortes.

Sri Chinmoy ist ein Meister des geschriebenen Wortes, denn Literatur zählte schon in Sri Chinmoys Kindheitstagen zu seinen Hauptinteressensgebieten. Und bereits damals hegte Sri Chinmoy den innigen Wunsch, einmal selbst viele Bücher zu veröffentlichen. Dieser Wunsch wurde mehr als erfüllt. Denn in fast allen Bereichen der Literatur schuf sich Sri Chinmoy sein schriftstellerisches Zuhause. Sei es nun die Dichtung, welche ein Großteil seines Werkes ausmacht, seien es Theaterstücke, Essays, Anekdoten und Geschichten oder auch Mitschnitte von Sri Chinmoys zahlreichen Vortragsreisen. So kamen bis zum heutigen Tag die unglaubliche Anzahl von beinahe 1600 Büchern, Büchlein oder sonstigen Formen der Schreibkunst zusammen, die aus Sri Chinmoy sicherlich einen der kreativsten spirituellen Literaten oder Schriftsteller überhaupt gemacht haben.

Meister über Quantität und Qualität.

Obwohl Sri Chinmoys literarisches Werk so reichhaltig ist, kennzeichnen seine Schriften vor allem die Tiefe des Ausdrucks und der inneren Einsicht. Denn hier schreibt ein Mensch, ein spiritueller Lehrer, der weit über das Alltägliche hinausgegangen ist und die seltene Fähigkeit besitzt, dieses Außergewöhnliche seinen Lesern mitzuteilen. Im Zentrum seiner Schriften stehen daher meist innere Erfahrungen des menschlich-göttlichen Seins, sowie Probleme, Hindernisse aber auch die vielen Möglichkeiten, sich diesen Erfahrungen anzunähern. Sri Chinmoy belässt es also nicht bei bloßen Beschreibungen, sondern bietet Lösungsmöglichkeiten für den inneren Weg an, die niemals nur theoretisch sind, sondern immer einen ganz realen und praktischen Bezug haben. Denn schließlich ist Sri Chinmoy ein authentischer Meditationsmeister, der diesen inneren Weg bis zum Ende gegangen ist und nun die Früchte seiner Arbeit allen interessierten Lesern anbietet.

Dichtung, Theaterstücke, Essays und mehr.

Wie bereits erwähnt, nimmt die Dichtkunst in Sri Chinmoys reichhaltigem literarischem Werk einen sehr prominenten Platz ein. Aber auch andere literarische Ausdrucksformen sind seiner schöpferischen Feder in großer Anzahl entsprungen - Kreationen wie Theaterstücke, Essays oder sonstige prosaische Werke. Was jedoch allen Schriften gemein ist, ist der stets rhythmische Sprachklang, der selbst dem prosaischsten Satz noch eine lyrische Note verleiht und somit der Tiefe von Sri Chinmoys großer Ausdrucksfähigkeit Rechnung trägt. Auf diese Art und Weise konnte der Meditationsmeister höchste spirituelle Wahrheiten ungehindert in diese Weltarena hinabfließen lassen und sie einer weiten Leserschaft mitteilen.

Sri Chinmoy und die Kunst der Dichtung.

Es existieren viele Möglichkeiten, um sich seinem Innersten zu nähern. Einer dieser Zugänge ist der Pfad der Poesie oder Dichtung. Im Sanskrit wird ein Lyriker auch „Kabi" genannt, was soviel bedeutet, wie „jemand, der die Wahrheit geschaut hat". Aus diesem Grund ist Dichtkunst im höchsten Sinne eine Ausdrucksform der letztendlichen Wahrheit, die hinter den verschiedensten Manifestationen dieser einen Wirklichkeit verborgen liegt. Vor diesem Hintergrund kann und muss natürlich auch das reichhaltige, lyrische Werk des spirituellen Lehrers Sri Chinmoy als eine Offenbarung der höchsten Wahrheit bezeichnet werden. Denn es handelt sich dabei sozusagen um Funken der Ewigkeit, die durch die gestalterische Hülle der Sprache Form angenommen haben.

Das gigantische poetisches Werk.

Bereits in sehr jungen Jahren, nicht zuletzt dem Vorbild naher Verwandter folgend, entwickelte sich der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy zu einem Meister der Dichtkunst. Anfänglich in seiner Muttersprache Bengali schreibend, weitete er recht früh sein poetisches Können auch auf die englische Sprache aus, in der letztendlich der Großteil seines lyrischen Werkes entstand. Meist handeln dieses Gedichte von der Sinn- oder Gottsuche des Menschen, seinen Leidenschaften, Hindernissen, aber auch seinem großen inneren Potenzial auf diesem Weg. Oft identifiziert sich der Poet Sri Chinmoy vollkommen mit den Problemen des Menschen, was seiner Dichtkunst eine einmalige authentische Qualität verleiht. So entstanden über die Jahre hinweg die unglaubliche Anzahl von fast 117.000 Gedichten, die aus der Tiefe des Bewusstseins empor stiegen und denen der Meister der Meditation Sri Chinmoy durch seine großen lyrischen Fähigkeiten Gestalt geben konnte.

Sri Chinmoy und die mantrische Qualität seiner Poesie.

Ein Mantra ist ein Laut, eine Silbe, ein Wort, ein Satz oder mehrere Sätze, durch dessen Wiederholung der Einzelne tiefe spirituelle Qualitäten wie Freude, Harmonie oder Zufriedenheit aber auch eher äußere Dinge wie Gesundheit oder Wohlstand erreichen kann. Ein solches Mantra steigt stets von einer höheren Ebene herab und kann durch den entsprechend aufnahmebereiten Menschen im Physischen manifestiert werden. Aus diesem Grund, da es sich um das Werk eines großen spirituellen Meisters handelt, kann Sri Chinmoys dichterische Kunst durchweg als mantrisch bezeichnet werden. Daher ist es ratsam, die Gedichte Sri Chinmoys in einem meditativen und in sich gekehrten Zustand aufzunehmen, um sie dadurch in ihrer ganzen Fülle wirken lassen zu können. Denn genau wie bei spiritueller Musik auch, liegt wahrer Poesie immer eine höhere Wirklichkeit zugrunde, die nur darauf wartet entdeckt und für die eigene Selbsterkenntnis gebraucht zu werden. Erst dann kann sie als Richtungsweiser zum Höchsten fungieren oder wie es der Lyriker Sri Chinmoy selbst formuliert:

„Ich habe den Einen und Sein geheimes Spiel erkannt, bin jenseits des Meeres vom Traum des Vergessens gelangt. Im Einklang mit Ihm spiele und singe ich - des höchsten Gottes goldenes Auge ist nun ganz mein eigen."

Die erste große Gedichtreihe.

1979, am 22. Oktober, begann der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy ein äußerst ungewöhnliches Projekt. Er beabsichtigte, 10.000 Gedichte oder Weisheitssprüche zu verfassen. Diesem Projekt gab Sri Chinmoy den Namen „10.000 Blumen-Flammen", beziehungsweise, da er in Englisch schrieb, „10.000 Flower-Flames". Ende Oktober, Anfang November war auch schon damals die Zeit des jährlichen New York City Marathons, dem Wohnort Sri Chinmoys. Wohl nicht zuletzt aus diesem Grund, verglich der Läufer und Künstler Sri Chinmoy sein neues Unterfangen mit einem Marathon und dessen Schwierigkeiten, Herausforderungen aber auch großartigen und einzigartigen Möglichkeiten. Und bereits kurze Zeit später, kam auch schon der erste Band mit exakt 100 Gedichten pro Buchseite heraus. Einem Schema, an dem von nun an festgehalten wurde, um nicht zuletzt jedem Gedicht und dessen meditativer Bedeutung auch wirklich angemessen gerecht zu werden.

Sri Chinmoy nähert sich sehr schnell seinem Ziel.

Nicht einmal vier Jahre benötigte Sri Chinmoy, um sein Ziel von 10.000 Gedichten oder „Blumen-Flammen" zu erreichen. Und so lag am 3. Juli 1983 der abschließende und letzte Band, der einhundertste, des Poeten vor. Teilweise waren die verschiedenen Bände im Wochenrhythmus erschienen und von interessierten Liebhabern der spirituellen Poesie wie ein regelmäßig erscheinendes Magazin gelesen worden. Selbst-Transzendenz war zudem auch ein bedeutendes Motiv von Sri Chinmoys vielfältigen dichterischen Kreationen. So schreibt er zum Beispiel selbst in einem seiner 10.000 Gedichte dieser Reihe:

Gedicht aus dem Gedichtzyklus „10.000 Blumen-Flammen".

„Nicht jenseits des Menschen Möglichkeit ist Gott-Verwirklichung. Nicht jenseits der Erde Möglichkeit ist der Erde Umwandlung. Nicht jenseits meiner Möglichkeit ist Selbst-Übersteigung.”

Sri Chinmoy und seine vielfältigen inhaltlichen Motive.

Selbst-Überantwortung an das Göttliche, innerer Fortschritt, spirituelle Qualitäten wie Gleichmut, Reinheit und Aufrichtigkeit, sowie die innere Freude, die der tiefen Meditation entspringt, sind einige der vielfältigen inhaltlichen Motive, die der Poet Sri Chinmoy in seinem ersten großen Gedichtzyklus bearbeitet. Sie können und sollen dem einzelnen Sucher dienen, auf dem spirituellen Weg voran zu schreiten und sein großes Ziel, die innere Erkenntnis, nicht aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig warnt Sri Chinmoy auch vor Fallstricken, wie zum Beispiel eine zu starke Erwartungshaltung, die dem Einzelnen auf diesem Weg zu sich selbst begegnen können. So schreibt Sri Chinmoy:

Gedicht aus einem großen poetischen Zyklus.

„Selbst-Fesslung beginnt an dem Tag, an dem wir anfangen mit unseren Erwartungs-Schlingen zu spielen und nicht zuvor.”

Sri Chinmoy warnt vor einer übermäßigen Erwartungshaltung.

Eine übermäßige Erwartungshaltung, so der Poet und Meditationsmeister Sri Chinmoy, ist besonders im spirituellen Leben ein sehr großes Hindernis. Erwartungen schränken den Menschen unverhältnismäßig stark ein und lassen ihn somit im inneren Leben zu einem Bettler werden. Gott möchte den Menschen jedoch als seinen ewigen Freund und Kameraden akzeptieren, der mit Ihm zusammen den Ozean der Ewigkeit überquert. Wenn daher Erwartungen den Menschen begrenzen und einschränken, so kann seine Bedingungslosigkeit und Losgelöstheit ihm helfen und ihn auf seiner inneren Suche unterstützen. Diese Losgelöstheit und Erwartungslosigkeit wird ihm darüber hinaus unendlich viel mehr geben, als er jemals hätte hoffen können.

Humor.

„Wenn du keinen Sinn für Humor hast, dann wird dich Gott nicht dazu auswählen in Seiner Gesellschaft zu sein.”

Das Leben erscheint dem Menschen überaus ernst zu sein. Gleichzeitig ist es aber auch ein mysteriöses und geheimnisvolles Spiel. Daher nennt man es im spirituellen Sprachgebrauch oft das kosmische Spiel oder Gottes Lila. Wie jeder Unternehmung unterliegt es gewissen Regeln, die Gott selbst festgelegt hat. Doch könnte es jemals ein Spiel ohne Spontanität, Kreativität und Freude geben? Natürlich innerhalb einer vorher festgesetzten Ordnung, die notwendig ist, dass überhaupt ein Spiel zustande kommt. Hier kann sich dann etwas Neues offenbaren. Und wie könnte dies jemals ohne eine innere Gelöstheit, einen Sinn für Humor geschehen?, so der Meditationsmeister Sri Chinmoy.

Sri Chinmoys „10.000 Blumen-Flammen" - ein poetisches Werk für die Ewigkeit.

10.000 Blumen-Flammen sind 10.000 Möglichkeiten, sich dem eigenen, inneren Selbst, seiner Seele oder dem höchsten Kosmischen und Göttlichen zu nähern. Und ob heiter oder ernst, wohlwollend oder bestimmend, menschlich oder göttlich, Sri Chinmoys poetische Kreationen sind Worte der Hoffnung, Anregung und Inspiration. Worte, die jedem aufrichtigen Sucher auf seiner ewigen, inneren Reise helfen können. Deshalb wird dieses umfassende und fast schon gigantisch anmutende dichterische Werk mit Sicherheit die Zeiten überdauern und zu einem Klassiker der spirituellen Literatur heran reifen. Einem Klassiker, zu dem es bereits heute bei vielen Freunden spiritueller Dichtung geworden ist.

Die zweite große Gedichtreihe.

Am 10. Juli 1983, nur wenige Tage nachdem der Poet Sri Chinmoy gerade seine erste große Gedichtreihe „10.000 Blumen-Flammen" beendet hatte, begann der Lyriker und Meditationsmeister bereits sein zweites, diesmal noch größeres Projekt: Sri Chinmoys Ziel war es, in einer einzigen dichterischen Reihe, welche er den Titel „Strebsamkeits-Pflanzen” (”Aspiration-Plants”) gab, 27.000 Gedichte und Aphorismen zu verfassen. So entstanden über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren Abertausende von Zeilen der Weisheit und inneren Einsicht, die jedem Menschen auf dem spirituellen Weg behilflich sein können. Behilflich, um ein tieferes und umfassenderes Verständnis des Lebens, letztendlich seines eigenen inneren oder höheren Selbstes zu erhalten.

270 Bände erfüllt mit inneren Einsichten.

Um das einzelne Gedicht auch wirklich zur Geltung kommen zu lassen und ihm somit den notwendigen Entfaltungsrahmen zu geben, entschied sich Sri Chinmoy für jeweils nur eine einzige lyrische Kreation pro Buchseite jedes seiner Bände. Ähnlich dem Zen-Buddhismus und seinen meistens mysteriösen, poetischen Versen, benötigen auch Sri Chinmoys lyrische Werke ausreichend Raum, um ganzheitlich und umfassend zur Geltung zu kommen. So lagen am Ende 270 Gedichtbände vor, die jeweils genau 100 poetische Kreationen spiritueller Weisheit und Tiefe enthielten.

Sri Chinmoy und die Inhalte seiner Strebsamkeits-Pflanzen.

Die inhaltliche Bandbreite bei Sri Chinmoys Strebsamkeits-Pflanzen reicht von spontanen und intuitiven, höheren Erfahrungen über Probleme auf der inneren, spirituellen Reise des einzelnen Suchers, bis hin zu ermunternden und inspirierenden Zeilen, die dem Menschen dabei unterstützen sollen, auch weiterhin mutig voran zu schreiten und sein erhabenes, inneres Ziel nicht vorzeitig aus den Augen zu verlieren.

Sri Chinmoys erstes Gedicht dieser großen lyrischen Reihe.

Im ersten Gedicht skizziert der spirituelle Lehrer und Poet Sri Chinmoy die furchteinflößende Distanz, die zu Beginn seines gigantischen Projektes vor ihm liegt. Er spricht dabei von einer Strecke die eigentlich zu weit und Angst einflößend ist, um von einem Mensch oder Lyriker alleine zurückgelegt zu werden. Jedoch mit Hilfe des Göttlichen, und letztlich alleinig mit Hilfe des höchsten Kosmischen oder Universellen, kann dieser Weg schließlich doch erfolgreich gemeistert werden. Durch jenes Mitgefühl und jene Gnade dieser universellen Kraft, wird sogar eine scheinbar unüberwindbare Distanz plötzlich überwindbar und möglich. Der Autor schreibt diesbezüglich:

Auszug aus einem Gedicht der Reihe von 27.000 Gedichten.

(…) „Mein Kind, die Distanz ist sehr kurz. Im tiefsten Geheimen sage Ich dir: Ich werde mit dir marschieren, den ganzen Weg.”

„27.000 Strebsamkeits-Pflanzen” - eine lange lyrische Pilgerreise.

Von diesen lyrischen Zeilen innerlich beseelt, macht sich der Poet Sri Chinmoy auf die Reise, auf seinen dichterischen Pilgerweg. Jede poetische Schöpfung kann daher auch als eine kurze Ruhepause, eine Blüte am Wegesrand oder einen Augenblick der inneren Einkehr angesehen werden, bevor der Pfad fortgesetzt wird. Auf diese Weise schrieb der Autor Sri Chinmoy in einem Zeitraum von 15 Jahren ein lyrische Gedichtreihe von überaus bedeutender tiefer Weisheit, Klarheit und Schönheit. Zudem erstaunt die praktische Orientierung des umfangreichen Werkes, welches für jeden Menschen viele Lebenshilfen bereit hält. Daher schreibt der Poet und spirituelle Lehrer Sri Chinmoy auch in seinem abschließenden und letzten Gedicht vom 24. Januar 1998:

Auszug aus Sri Chinmoys letztem Gedicht.

(…) „Meine 27.000 Srebsamkeits-Pflanzen gaben der Menschheit einen schlaflosen Gottes-Durst und einen atemlosen Gottes-Hunger.”

27.000 innere Möglichkeiten.

Wohl wissend, dass jeder innerlich Suchende einen anderen, völlig einzigartigen Zugang zum Universellen, Kosmischen oder Göttlichen hat, sind 27.000 Gedichte auch 27.000 Möglichkeiten sich diesem Höchsten zu nähern. Und vielleicht fehlen manchmal ja sogar nur noch wenige Meter, um dieses hohe und äußerst erstrebenswerte Ziel zur erreichen, was das Menschliche dann als etwas Unfassbares oder gar als Wunder bezeichnen mag. Dieses „Wunder” ist jedoch bereits tief in jedem Leben latent verborgen oder wie es der Lyriker Sri Chinmoy selbst formuliert:
„Wunder geschehen in jedem menschlichen Leben.”

Die Bedeutung des Sports.

Als begeisterter Sportler, der von der Bedeutung körperlicher Fitness im spirituellen Leben überzeugt ist, ermutigt Sri Chinmoy seine Schüler, regelmäßig Sport zu treiben. Unter seiner Inspiration organisiert das internationale Sri Chinmoy Marathon Team jährlich mehrere hundert Sportveranstaltungen bis hin zu Ultramarathons, einschließlich dem längsten zertifizierten Straßenlauf der Welt (3100 Meilen).

An diesen ganzen Beispielen aus Sri Chinmoys erfülltem Leben kann man gut erkennen, dass Freude und Meditation zusammen gehören. Freude und Meditation sind sozusagen wie die Vorder- Und Rückseite einer Medaille.
Oder wie es Sri Chinmoy einmal selbst lyrisch formuliert hat:

Sri Chinmoy: „Die Freude der Meditation nährt den ganzen Menschen - sein inneres und äußeres Leben."