Meditation für Anfänger

Der Anfänger von heute ist der Experte von morgen. Hier einige hilfreiche Ratschläge für den Meditations-Einsteiger.

Welchen Rat kann mir das Göttliche zu Beginn meiner inneren Reise geben?

Sri Chinmoy: “Mein höchster Herr, ich bin ein absoluter Anfänger, ich brauche deinen Rat.”
“Mein ewiges Kind, bevor ich deinen Wunsch erfülle, laß mich zuerst Meinen Wunsch erfüllen. Ich bin dir höchst dankbar. Ich bin sehr stolz auf dich, da du dir heute bewußt bist, was du sagst, und du dir bewußt bist, was du tun wirst. Heute ist ein sehr wichtiger Tag, sowohl in deinem als auch in Meinem Leben. Dein ist das Herz des spirituellen Strebens, und Mein ist das Herz der Hingabe. Meditation ist ein göttlicher Ball, mit dem ein Sucher ewig spielt, und Spiritualität ist ein weites, unendliches Feld. Nun möchte ich Meinem auserwählten Instrument einige Ratschläge geben.
Sei einfach. Gleich zu Beginn: Sei einfach. Einfachheit schenkt uns Frieden im Verstand. Ein Kind ist einfach. Denke und fühle von nun an, daß du einen weiteren Namen hast. Dieser Name ist Einfachheit.
Sei aufrichtig. Es ist deine Aufrichtigkeit, die Mich als dein eigen, ganz dein eigen, beanspruchen kann. Es ist deine Aufrichtigkeit, die dich fühlen lassen kann, daß du von Mir bist und Ich ständig für dich bin.
Sei rein. Es ist dein reines Herz, das dich jeden Augenblick fühlen lassen kann, daß Ich in dir wachse, daß Ich in dir erstrahle, daß Ich mich in dir erfülle.
Sei sicher. Sei sicher, daß das, was du tust, völlig richtig ist. Meditation ist das einzig Richtige. Zu meditieren bedeutet, Mich auf Meine Weise zu erfreuen. “
"Mein geliebter höchster Herr, ich werde meditieren, ich meditiere.”

Wie kann ich mit der Meditation beginnen?

Sri Chinmoy: Stelle dir etwas sehr Weites, Stilles und Ruhiges vor. Fühle zu Beginn der Meditation, daß sich in dir ein weites Meer befindet und daß du auf den Grund getaucht bist, wo alles still ist. Wenn du dich mit diesem weiten Meer, dieser Flut von Stille, identifizieren kannst, wird es ganz leicht für dich sein, zu meditieren.

Gibt es eine gute Meditationsübung für Anfänger, das Herz zu öffnen?

Sri Chinmoy: Ein Anfänger muß fühlen, daß er ein Kind ist, egal, wie alt er gemessen an Erdenjahren ist. Der Verstand eines Kindes ist nicht entwickelt. Wenn es zwölf oder dreizehn ist, beginnt sein Verstand auf der intellektuellen Ebene zu arbeiten. Davor aber ist es nur im Herzen. Was immer es sieht, empfindet es als sein eigen. Es identifiziert sich spontan. So verhält sich das Herz.
Wenn du fühlst, daß du ein Kind bist, stelle dir sofort vor, daß du in einem Blumengarten stehst. Dieser Blumengarten ist dein Herz. Ein Kind kann stundenlang in einem Garten spielen. Es geht von dieser Blume zu jener Blume, aber es wird den Garten nicht verlassen, da ihm die Schönheit und der Duft jeder Blume Freude bereitet. In dir befindet sich der Garten, und du kannst so lange darin bleiben, wie du willst. Auf diese Weise kannst du auf das Herz meditieren.
In dem Augenblick, wo du fühlst, daß du ein Kind bist, kannst du auf das Herz meditieren. Ein Kind wird immer jemanden haben, der sich um es kümmert, auch wenn seine leiblichen Eltern nicht da sind. Gott wird jemanden haben, der sich um das Kind kümmert, da er fühlt, daß das Kind im Augenblick hilflos ist. Wenn ein Kind weint, kommt sofort jemand, um ihm zu helfen. Wenn aber eine erwachsene Person weint, ist sein Weinen nicht unbedingt aufrichtig. Wenn ein Kind auch nur um ein Bonbon weint, ist es sehr aufrichtig. In diesem Moment ist sein Bonbon die ganze Welt. Wenn du ihm eine Hundert-Dollar-Note gibst, wird es nicht zufrieden sein – es will nur sein Bonbon. Wenn du fühlst, daß du wie ein Kind nach Frieden, Licht und Wahrheit schreist und dich nur diese Dinge zufriedenstellen werden, dann wird dein inneres Verlangen erfüllt werden.

Wie fange ich am besten an, zu meditieren?

Sri Chinmoy: Bevor du zu meditieren beginnst, atme bitte einige Male tief ein. Versuche dir bei jedem Atemzug vorzustellen, daß ein Energiestrom in dich eintritt. Versuche dann zu fühlen, daß du durch verschiedene Teile deines Körpers atmest: durch deine Augen, deine Ohren, deine Stirn, deine Schultern, deinen Scheitel und so weiter. Fühle, daß jeder dieser Orte eine Tür ist, die du jedesmal öffnest, wenn du einatmest. So fließt dann Energie aus dem universellen Bewußtsein in dich ein.

Wie kann ich Meditation erlernen?

Sri Chinmoy: Wenn du Meditation erlernen willst, ohne dich vorher in Konzentration zu üben, solltest du fühlen, daß du an der Tür zu deinem inneren Zimmer stehst. Wenn du an dieser Tür stehst, erlaubst du nur deinen Freunden, dein Zimmer zu betreten. Fremde oder Feinde läßt du nicht herein.
Du darfst nur gute Gedanken, göttliche Gedanken einlassen. Sie sind deine wahren Freunde. Ungöttliche Gedanken, feindselige Gedanken darfst du nicht hereinlassen. Dein Verstand empfängt ständig Gedanken – du mußt sehr vorsichtig sein. Du darfst nur göttliche Gedanken willkommen heißen. Spiele dann mit diesen göttlichen Gedanken. Laß sie im Garten deines Verstandes spielen. Spiele mit Gedanken an göttliche Eigenschaften, an göttliche Liebe, an göttliche Macht oder an göttlichen Frieden. Laß sie in dir spielen, laß sie wachsen. Dann wird eine Zeit kommen, wo du merken wirst, daß es keine Gedanken gibt, wenn du nur göttlichen Gedanken erlaubst, in dir zu spielen. Dein gesamtes Wesen wird mit innerer Göttlichkeit überflutet werden. Dein Bewußtsein wird nur versuchen, empfänglich zu sein. Und was wird herabkommen, was wird in dich eindringen? Wahrheit im Überfluß, Licht im Überfluß, Liebe im Überfluß, alles in unendlichem Maße.

Was ist eine gute Meditationsübung für Anfänger?

Sri Chinmoy: Stelle dir bitte in deinem Herzen eine Flamme vor. Noch ist es nur ein winziges, flackerndes Flämmchen, keine kraftvolle Flamme. Aber eines Tages wird sie mit Sicherheit sehr mächtig und zutiefst erleuchtend sein. Versuche dir jeden Tag, bevor du betest und meditierst, eine brennende Flamme in deinem Herzen vorzustellen. Stell dir vor, daß diese Flamme auch deinen Verstand erleuchtet. Im Augenblick kannst du dich noch nicht so konzentrieren, wie du es gerne möchtest, weil dein Verstand nicht zielgerichtet ist. Der Verstand denkt ständig an viele Dinge. Er ist das Opfer vieler unschöner Gedanken geworden. Er ist noch nicht erleuchtet. Stelle dir also eine wunderschöne Flamme in deinem Herzen vor, die dich erhellt. Bringe diese leuchtende Flamme in deinen Verstand. Dann wirst du allmählich einen Lichtstreifen in deinem Verstand sehen. Wenn der Verstand beginnt, Licht zu erhalten, ist es sehr einfach, sich lange und auch tiefer zu konzentrieren.

Wie kann ein Anfänger im spirituellen Leben ein seelenvolles Herz haben?

Sri Chinmoy: Lass ihn am Abend in den Himmel schauen, wenn sich die Sonne zum Horizont neigt. Wenn der beginnende Sucher zum Himmel schaut und sich tief versunken in die untergehende Sonne verliert, kommt sein seelenvolles Herz zum Vorschein.
Wenn der Anfänger ein friedliches Herz braucht, lass ihn auf die Tiefen des Ozeans - des Lebens-Ozeans - konzentrieren, meditieren und kontemplieren.
Und wenn er ein Herz der Glückseligkeit braucht, lass ihn auf die Oberfläche des Ozeans schauen und lass sein inneres Wesen mit den Wellen des Ozeans in Einklang kommen.

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