Gott erfahren

Ein Meditationsmeister hat die vollkommene Schau des Göttlichen, ist untrennbar eins mit ihm geworden. Daher besitzt er die einmalige Fähigkeit, von dieser höchsten Erfahrung von Freude und Wonne der Meditation zu berichten. So wie es Sri Chinmoy mit folgenden Worten tut.

Wie haben Sie Gott erfahren?

Sri Chinmoy: Ich habe Gott in der persönlichen wie auch in der unpersönlichen Form erfahren. In diesem Augenblick sehe ich Ihn als eine Ausdehnung von Licht und Wonne. Im nächsten Augenblick nimmt Er vielleicht die Form eines sehr hell strahlenden Wesens an. Wenn wir das Höchste verwirklichen, sehen wir, dass Er gleichzeitig persönlich und unpersönlich ist. Wie Wasser und Eis kann Er mit oder ohne Form sein. Einmal ist Wasser flüssig, und wir können darin schwimmen. Ein andermal ist es fest, und wir können darauf gehen. Im spirituellen Leben haben wir manchmal den unpersönlichen Aspekt des höchsten Absoluten am liebsten, und manchmal haben wir den persönlichen Aspekt am liebsten. Das Höchste ist jenseits von persönlich und unpersönlich, aber gleichzeitig verkörpert Es beides. Das Höchste ist formlos und gleichzeitig hat Es Form. Wenn wir in einem Wort ausdrücken müssen, was Es ist, müssen wir sagen, dass Es beides ist und gleichzeitig jenseits von beidem ist. Wir können Gott mit dem menschlichen Verstand nicht erfassen. Am Anfang ist Es das eine - dann ist Es das andere. Dann kommt eine Zeit, wo Es jenseits von beidem ist. Das Höchste, der „Supreme“, ist die ewig sich transzendierende Wirklichkeit. Das Jenseits von heute ist der Ausgangspunkt von morgen.

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