Geführte Meditationen

Der spirituelle Meister Sri Chinmoy führt den Interessierten mit ausgewählten, geführten Meditationen in die Welt des Yogas ein.

Wie kann ich in die Weite des Himmels eintreten?

Sri Chinmoy: Nun werden wir meditieren. Laß bitte deine Augen halb geöffnet und stell dir den weiten Himmel vor. Fühle zu Beginn, daß der Himmel sich vor dir befindet. Versuche anschließend zu fühlen, daß du so weit wie der Himmel bist oder daß du selbst der weite Himmel bist.
Schließe bitte nach einigen Minuten die Augen und versuche, den Himmel in deinem Herzen zu sehen und zu spüren. Bitte fühle, daß du das universelle Herz bist und sich in dir der Himmel befindet, auf den du meditierst und mit dem du dich identifiziert hast. Dein spirituelles Herz ist unendlich viel weiter als der Himmel, so daß du den Himmel leicht in dir bergen kannst.

Gibt es eine gute Meditationsübung, die das dritte Auge beinhaltet?

Sri Chinmoy: Nun werden wir uns auf das dritte Auge konzentrieren. Das dritte Auge befindet sich zwischen den Augenbrauen und ein wenig darüber. Auf diesen Punkt werden wir uns konzentrieren, werden wir meditieren und kontemplieren.
Während der Konzentration stellen wir uns einige Minuten lang im dritten Auge eine brennende goldene Flamme vor. Was wir Vorstellung nennen, ist in Wirklichkeit eine reale Existenz, eine eigene Welt für sich. Konzentrieren wir uns also, und während der Konzentration stellen wir uns in unserem dritten Auge brennende Flammen vor. Atmet bitte so langsam und so ruhig wie möglich. Versucht beim Einatmen zu fühlen, daß ihr nicht durch die Nase, sondern durch die Stirn einatmet. Beim Ausatmen atmet ihr auch durch die Stirn. Fühlt dann bitte die Gegenwart von brennenden Flammen in eurer Stirn, genau im dritten Auge.
Nun wollen wir auf das dritte Auge meditieren. Diesmal atmen wir ebenfalls durch unsere Stirn ein und aus. Stellt euch nun das Gestirn Sonne oder die innere Sonne vor, die unendlich viel strahlender ist als das Gestirn. Stellt euch bitte mindestens eine Sonne im dritten Auge in der Stirn vor. Visualisiert innerhalb dieser Sonne unzählige Flammen oder Lichtstrahlen. Haltet diesmal bitte die Augen vollständig geöffnet, so daß ihr die Weite der Sonne gemeinsam mit ihrem Licht und ihrer Kraft fühlen könnt.
Jetzt werden wir kontemplieren. Aus spiritueller Sicht ist Kontemplation die süßeste Form untrennbaren Einsseins. Dieses Einssein ist das Einssein des göttlichen Liebenden mit dem erhabenen Geliebten. Das Einssein, das zwischen dem göttlich Liebenden und dem erhabenen Geliebten besteht, nennt man Kontemplation. Aufgrund von Kontemplation, reiner Kontemplation, beginnen wir zu erfahren, daß wir nicht nur göttliche Sucher sind, sondern auch göttlich Liebende, und daß Gott unser erhabener Geliebter ist. Wir sind wie kleine Tropfen, während Gott das Meer ist. Unzählige Tropfen bilden das Meer, und das Meer besteht wiederum aus Tropfen. Stellt euch zuerst Flammen und dann die Sonne selbst vor. Wenn wir richtig kontemplieren können, werden wir eins mit Gott selbst werden. Wenn die Sucher, die Gott-Liebenden und Gott gemeinsam spielen, singen und tanzen, singt Gott das Lied der Vielfalt in der Einheit. Wenn der Eine Absolute in Seinem transzendenten Aspekt verweilt und die Sucher und Gott-Liebenden sich Ihm nähern, singt Gott das Lied der Einheit in der Vielfalt. Kontemplieren wir also auf das dritte Auge. Fühlen wir zunächst einige Minuten lang, daß wir die Flammen des Liebenden sind; anschließend fühlen wir, daß wir die Sonne des Geliebten sind. So werden wir unsere jeweiligen Rollen vertauschen.

Gibt es eine spezielle Meditationsübung für Menschen über 30 Jahre?

Sri Chinmoy: Wir werden unsere Konzentration zuerst auf das Herz richten, dann auf das dritte Auge und dann auf den Kopf. Während wir uns im Herzen konzentrieren, werden wir uns ein goldenes Boot vorstellen. Wenn wir uns auf das dritte Auge konzentrieren, werden wir uns den Himmel vorstellen. Und während wir uns auf die Spitze unseres Kopfes, auf das Scheitelzentrum konzentrieren, werden wir uns die Sonne vorstellen. Das Boot ist dein eigenes Ewigkeitsboot, der Himmel ist deine Selbstausdehnung in die Unendlichkeit, und die Sonne ist deine eigene neue Schöpfung der Unsterblichkeit.
Laßt uns also mit dem Boot beginnen. Wir wollen uns das Boot im Herzen vorstellen. Dieses Boot wird unser Ewigkeitsboot sein, unser Ewigkeitsboot, das in uns segelt. Und dann, wenn wir auf das dritte Auge meditieren, wollen wir uns den Himmel und unsere eigene Unendlichkeit vorstellen. Wir werden unsere eigene Ausdehnung in die Unendlichkeit beobachten. Dann werden wir auf das Scheitelzentrum meditieren und uns die Sonne vorstellen, die unsere eigene neue Schöpfung der Unsterblichkeit ist.

Gibt es eine spezielle Meditationsübung für Menschen unter 30 Jahre?

Sri Chinmoy: Wir werden unsere Aufmerksamkeit auf verschiedene Stellen richten. Wenn wir uns auf den Scheitel unseres Kopfes konzentrieren, werden wir uns eine Muschel vorstellen. Und wenn wir unsere Konzentration auf den Verstand richten, werden wir uns eine wunderschöne Rose vorstellen. Wenn unsere Konzentration dann im Herzen ist, werden wir uns einen schönen Lotus vorstellen. Und wenn sie im Nabelbereich ist, werden wir uns einige Jasminblüten vorstellen.
Eine Muschel symbolisiert göttlichen Sieg. Wenn wir auf die Spitze unseres Kopfes, auf das Scheitelzentrum, meditieren, wird uns das helfen, die Muschel zu blasen, um den göttlichen Sieg erklingen zu lassen. Wenn wir dann auf den Kopf selbst, den Verstand, meditieren, werden uns die Schönheit und der Duft der Rose helfen, unser unerleuchtetes menschliches Leben zu erleuchten. Wenn wir im Herzen meditieren, werden uns die Schönheit und der Duft des Lotus helfen, uns mit unserer Seele zu identifizieren. Wenn wir dann auf den Nabelbereich meditieren, werden uns die Jasminblüten helfen, unser unreines physisches System zu reinigen.
Am besten ist es, mit dem Nabelbereich zu beginnen. Meditiere also bitte einige Sekunden lang auf den Nabelbereich. Stelle dir eine Jasminblüte vor und schaffe Reinheit. Der Jasmin symbolisiert Reinheit. Gehe dann zum Herzzentrum. Stelle dir dort einen Lotus vor und identifiziere dich mit deiner Seele. Wenn du dann zum Kopf kommst, stelle dir bitte eine Rose vor und erleuchte dein unerleuchtetes menschliches Leben. Gehe dann zur Spitze deines Kopfes und stelle dir eine Muschel, den göttlichen Sieg vor. Stelle dir vor, daß sie den göttlichen Sieg ankündigt, deinen Sieg.

Wie kann ich Seligkeit erfahren?

Sri Chinmoy: Wir meditieren jetzt auf das Herzzentrum, das ist der Ort, woher der klanglose Klang – Anahata Nada – kommt. Stelle dir bitte eine Scheibe vor, die sich um dein Herzzentrum dreht. Wiederhole nun “Glückseligkeit”, “AUM” oder “Supreme”. Visualisiere in diesem Kreis, in deinem Herzen, einen unendlichen Blumengarten. Versuche in diesem großen Garten einen wunderschönen, sehr großen Teich zu sehen. Das Wasser des Teiches ist silbern. Du schwimmst darin, tauchst und tust alle möglichen Dinge, die dir Freude bereiten. Erblicke dann auf dem Teich ein goldenes Boot. Steige in dieses goldene Boot und versuche dir, während du hineinsteigst, vorzustellen, daß dein ganzes Wesen vollkommen golden geworden ist.

Wie kann ich Frieden erlangen?

Sri Chinmoy: Über deinem Kopf befindet sich das Scheitelzentrum - es heißt Sahasrara Chakra. Stell dir vor, daß sich dieses Zentrum siebenmal öffnet – stelle es dir vor, aber zähle nicht. Bei jedem Öffnen beschreibt es einen vollen Kreis. Chante, während es sich dreht, entweder “Friede” oder “AUM” oder “Supreme”. Du kannst auch zwei dieser drei Mantren ausprobieren.

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