Wie machen wir durch Freude inneren Fortschritt?

Sri Chinmoy: Freude und Fröhlichkeit bedeuten kein Leben des Vergnügens. Nein! Freude ist das bewusste Gewahrsein unserer inneren Göttlichkeit. Wenn wir glücklich sind, wenn wir wirklich glücklich sind, machen wir wirklichen Fortschritt. Man kann vielleicht durch Leiden Fortschritt machen, aber bevor man Fortschritt macht, verwünscht man Gott: „Er ist glücklich, sie ist glücklich, alle sind glücklich. Wie kommt es, dass ich leide?“ Bevor wir also wirklich nach Licht schreien, missverstehen wir Gott sehr oft, kritisieren Gott und finden, Er sei im Unrecht. Aber wenn wir glücklich sind, kritisieren wir Gott nicht. Im Gegenteil, wir zeigen unsere Dankbarkeit. Er hat uns glücklich gemacht, wogegen es viele gibt, die immer noch unglücklich sind, weil sie im Vergnügen der Unwissenheit schwelgen. Wenn wir ein glückliches Herz werden, bewegen wir uns vorwärts, tauchen tief in uns und fliegen. Wenn wir so weit sind, machen wir beträchtlichen Fortschritt. Fortschritt ist in der Bewegung, aber diese Bewegung kommt nur zustande, wenn wir Freude haben und Freude sind.
Wenn du unzufrieden oder frustriert bist, wenn du fühlst, dass du etwas nicht erreicht hast, was du erreichen wolltest, dann bedeutet das nicht unbedingt, dass du inneren Hunger hast. Aber nehmen wir an, du fühlst, dass es in dir etwas Weites gibt, etwas Leuchtendes, etwas Erfüllendes, etwas Positives, das du gerade jetzt nicht hast. Du denkst, dass es in dir Frieden gibt, aber du hast keinen Zugang dazu. Wenn du denkst, dass es in dir etwas Göttliches gibt, und dass du dieses Göttliche brauchst, dann bedeutet das, dass Strebsamkeit vorhanden ist. Hunger kommt von deinem spirituellen Bedürfnis. Wenn du etwas brauchst, und du weißt, wo dieses Etwas zu finden ist, dann wirst du versuchen, es zu erhalten. Wenn du diesen Hunger hast, dann besteht der nächste Schritt darin, ihn zu stillen.