Glücklichsein - einfach so

Glücklichsein im Sonnenuntergang.
Die Schatten wurden bereits wieder länger. Es war ein heißer Tag gewesen, doch jetzt strich eine angenehme Abendkühle über das erhitzte Land. Ich saß auf einer Anhöhe und blickte auf das weite Tal. Die Sonne senkte sich langsam am tiefblauen Horizont und ich hörte ein angeregtes, letztes Vogelgezwitscher, welches wie mysteriös aus den dunkelgrünen Laubbäumen ertönte. Er war ein tiefes Gefühl des Glücks, das bedächtig in mir hochstieg und selbst meinen meist unruhigen Verstand für einen kleinen Augenblick befriedete.

Glücklichsein - und sonst nichts.
Der Tag war anstrengend gewesen. Aber irgendwie verschwamm meine Erinnerung in diesem Gefühl des abendlichen Glücklichseins. Fast so, als wäre alles nur ein verblassender Traum gewesen - nicht annähernd so wirklich wie der jetzige, erfüllende Moment. "Wahres Glücklichsein bedeutet Begeisterung abzüglich aller Erwartungen", sagte der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy einmal. Und so waren nun auch meine eigenen Erwartungen einer stummen Begeisterung gewichen. Einem lautlosen Glücklichsein, wie es plötzlich und ohne mein Zutun erwachte - und sonst nichts.

(Siehe auch Web-Log zur Selbst-Transzendenz von Mahamani)