Gedanken

Was ist Glück?

Glücklich sein! Ratschläge des spirituellen Lehrers Sri Chinmoy

Glücklich sein! Sri Chinmoys Lebensmotto.
"Glaube an das Glück, so wirst du es erlangen." (Ali ibn Ali Talib)

Glücklich sein war das Lebensmotto des am 11.Oktober 2007 verstorbenen spirituellen Lehrers Sri Chinmoy, eines authentischen Meditationsmeisters. 1931 in Indien geboren und ab 1964 in New York City lebend, fand und entwickelte er viele neue Wege, das Dasein glücklicher zu gestalten. Abertausende Menschen haben weltweit davon profitiert und konnten durch Sri Chinmoys Beispiel und Vorbild ihr eigenes Leben um ein Vielfaches bereichern. Sri Chinmoy ging dabei einen Weg der Selbst-Transzendenz, den er vor allem durch Meditation, künstlerische Aktivitäten wie Musik, Malerei und Dichtung sowie Sport verwirklichte. Geprägt war diese Philosophie der Selbst-Transzendenz durch die Hingabe an eine höhere Kraft, die sein reichhaltiges und fruchtbares Leben bestimmte. Glück erfahren bedeutete deshalb für Sri Chinmoy auch immer das Loslassen vom eigenen "ich" und ein Eintauchen in sein wahres, innerstes Wesen.

Glücklich sein! Doch was ist Glück?
"Wirkliches Glücklichsein ist etwas in uns, das uns ständig fühlen lässt, dass wir unser Bewusstsein ausdehnen und die ganze Welt von ganzem Herzen umarmen." (Sri Chinmoy)

Glücksforscher haben heraus gefunden, dass äußere Umstände nur etwa zehn Prozent des gefühlten menschlichen Glücks ausmachen. Es muss also eine innere Dimension des Glücks existieren, die nicht oder nur sehr geringfügig mit der Außenwelt zusammenhängt. Sozusagen etwas Ewiges, was dem Menschen schon immer innewohnte und von jedem erweckt werden kann. Sozusagen eine Art Glücklichsein als Geburtsrecht, wie es ja auch in der amerikanischen Verfassung verankert ist. Ein Geburtsrecht, welches nur auf seine Entdeckung wartet. Aus diesem Grund sagen die ältesten indischen Schriften, die Veden:

"In der Glückseligkeit sind wir entstanden. In der Glückseligkeit wachsen wir. Und am Ende unserer Reise gehen wir wieder in die Glückseligkeit ein."

Glücklich sein! Wie werde ich glücklich? Sri Chinmoys Lebensweisheiten.
"Ich binde und binde mein kleines "ich" und erleide die Qualen der Hölle. Ich enthülle und enthülle meine wahre Form und genieße das Glücklichsein des Himmels."

Glücklich sein und Ego widersprechen sich. Glücklich sein und die Erkenntnis der Einheit mit allem Existierenden entsprechen sich. Eigentlich ist alles ganz einfach! Reinheit, Aufrichtigkeit und Hingabe sind die wichtigsten Werkzeuge, um den kostbaren Schatz des Glücklichseins zu heben. Reinheit bedeutet frei zu sein von Wünschen und Begierden, frei von Anhaftung. Dazu der Zen-Mönch Sokei-an Roshi:
"Wenn ihr erkennt, dass dies nicht euer eigener Körper ist, dass ihr diesen Körper nicht besitzt, vergesst ihr die Unreinheit und die miteinander verbundenen Vorstellungen von rein und unrein."

Aufrichtigkeit bedeutet, jederzeit die eigenen Schwächen aber auch Stärken zu erkennen und sich einzugestehen.
"Handle nicht wie ein Narr. Sei aufrichtig in deinen Gedanken, sei rein in deinen Gefühlen. Du wirst dem Glücklichsein nicht nachlaufen müssen. Das Glücklichsein wird dir nachlaufen." (Sri Chinmoy)

Und zuletzt ist die Hingabe an eine höhere Kraft, an etwas Göttliches, Erhebendes das wahre Geheimnis eines wirklichen Glücklichseins. Die Vereinigung des menschlichen Tropfens mit dem Ozean der grenzenlosen Unendlichkeit, Ewigkeit und Unsterblichkeit. Denn, so Sri Chinmoy:
"Du brauchst nicht bis zu deinem Lebensende zu warten, um glücklich zu werden. Du musst nur am richtigen Ort suchen. Der richtige Ort ist dein sich hingebendes Herz."

Glücklich sein! Bedingung für ein erfülltes Leben.
Glücklichsein kommt dem ganzen Menschen zugute, in all seinen vielfältigen Lebensbereichen und Lebenssituationen. Handelt es sich um soziale Beziehungen, die erfüllender gestaltet werden sollen? Möchte sich der Einzelne persönlich weiterentwickeln und den Alltag übersteigen? Soll die Gesundheit verbessert, neue Freunde hinzugewonnen, die Lebensqualität gesteigert oder sogar das Leben an sich bewältigt werden? Ist es die Schule, das Studium oder der Beruf, die bisher Probleme bereiteten? Bei all diesen Dingen und noch vielen mehr hilft das Glücklichsein. Ein Glücklichsein, welches tief im Innersten des Menschen seinen Ursprung hat und ihn an der Freude und Erfüllung seiner ewig währenden göttlichen Quelle teilhaben lässt. Oder wie es Sri Chinmoy einmal poetisch formulierte:

"Wenn du Fortschritt machen willst, denke nur an das Glücklichsein deines Herzens und wie du dein ganzes Wesen glücklich erhalten kannst. Wo immer du hingehst, trage Glücklichsein mit dir."

(Siehe auch Web-Log zur Selbst-Transzendenz von Mahamani)

Freude bedeutet Ausdehnung

Was ist Freude?
Was ist Freude? Eine interessante Frage! Denn jeder Mensch wünscht sich schließlich Freude in seinem Leben. Doch was ist sie wirklich? Für jeden kann sie sich unterschiedlich manifestieren, aber immer ist sie mit einem Gefühl der Weite, der Ausdehnung verbunden. Etwas, welches das eigene, begrenzte Leben etwas unbegrenzter, offener, ja, lebenswerter erscheinen lässt.

Spontanität und Freude.
Freude kommt meistens spontan, oft vollkommen überraschend. Sie lässt sich nicht durch äußere Umstände erzwingen, sondern ist ein Geschenk des Himmels, des Göttlichen. Das einzige was der Mensch dazu beitragen kann, ist durch seine tiefe Meditation eine Öffnung herbei zu führen. "Diese Freude zu erfahren, ist der einzige Grund unserer Existenz", sagt es spirituelle Lehrer Sri Chinmoy lyrisch-poetisch. Und sie kommt niemals alleine, sondern bringt eine tiefe Zufriedenheit und Erfüllung mit sich.
Eine Erfüllung und Zufriedenheit, die nicht mehr nach dem Sinn des Lebens fragt, sondern selbst der Sinn des Lebens zu sein scheint.

(Siehe auch Web-Log zur Selbst-Transzendenz von Mahamani)

Glücklichsein - einfach so

Glücklichsein im Sonnenuntergang.
Die Schatten wurden bereits wieder länger. Es war ein heißer Tag gewesen, doch jetzt strich eine angenehme Abendkühle über das erhitzte Land. Ich saß auf einer Anhöhe und blickte auf das weite Tal. Die Sonne senkte sich langsam am tiefblauen Horizont und ich hörte ein angeregtes, letztes Vogelgezwitscher, welches wie mysteriös aus den dunkelgrünen Laubbäumen ertönte. Er war ein tiefes Gefühl des Glücks, das bedächtig in mir hochstieg und selbst meinen meist unruhigen Verstand für einen kleinen Augenblick befriedete.

Glücklichsein - und sonst nichts.
Der Tag war anstrengend gewesen. Aber irgendwie verschwamm meine Erinnerung in diesem Gefühl des abendlichen Glücklichseins. Fast so, als wäre alles nur ein verblassender Traum gewesen - nicht annähernd so wirklich wie der jetzige, erfüllende Moment. "Wahres Glücklichsein bedeutet Begeisterung abzüglich aller Erwartungen", sagte der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy einmal. Und so waren nun auch meine eigenen Erwartungen einer stummen Begeisterung gewichen. Einem lautlosen Glücklichsein, wie es plötzlich und ohne mein Zutun erwachte - und sonst nichts.

(Siehe auch Web-Log zur Selbst-Transzendenz von Mahamani)

Existiert Zufriedenheit?

Zufriedenheit - die Gretchenfrage.
"Sag, wie hast du es mit deiner Zufriedenheit?", könnte man frei nach Altmeister Goethe fragen. Zumindest habe ich mir selbst diese Frage schon oft gestellt. Denn kaum ist Zufriedenheit mal für einen flüchtigen Moment greifbar, besser gesagt scheinbar greifbar, ist sie im nächsten Augenblick auch schon wieder entschwunden. Aber woher sie kommt und wohin sie geht, und, noch viel bedeutsamer, wie kann sie bewusst erzeugt werden?

Wie lässt sich Zufriedenheit bewusst erzeugen?
"Zufriedenheit liegt in unserer Überantwortung an Gottes Willen verborgen", sagt der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy. Doch wie erfahre ich Gottes Wille? Die Antwort ist ganz einfach - durch die Sprache Gottes, der Stille oder Meditation. Denn unser Verstand ist viel zu begrenzt, um diesen göttlichen Willen auch nur annähernd selbst erkennen, geschweige denn erfahren zu können. Aber werden wir uns, und sei es auch nur für einen flüchtigen Moment, diesem höheren Willen in tiefer Meditation bewusst, erfahren wir automatisch ein unbegrenztes Gefühl von Zufriedenheit. Weshalb? Weil wir für diesen flüchtigen Augenblick ein bewusster Teil des großen Ganzen geworden sind. Jenem großen Ganzen, welches wir eigentlich selbst sind.
Oder wie es die alten indischen Weisen vor Tausenden von Jahren bereits sagten: "Tat tvam asi - Das bist du."

(Siehe auch Web-Log zur Selbst-Transzendenz von Mahamani)

Es meditiert

Meditation am schönen Rheinufer.
Ich saß schon eine ganze Weile am schönen Rheinufer und warf kleine, abgerundete Steinchen ins bläulich schimmernde Wasser. Manche von ihnen, wenn sie in einem ganz bestimmten Winkel aufgekommen waren, sprangen drei-, vier-, oder sogar fünfmal aus dem Fluss heraus, bevor sie endgültig in dessen mysteriösen Tiefen verschwanden. Ich war vollkommen in diese Tätigkeit vertieft und bemerkte gar nicht, wie langsam und stetig die Sonne am strahlend, wolkenlosen Horizont unterging. Erst als der Fluss sich im reflektierenden Abendlicht rötlich färbte wurde mir bewusst, dass der warme Sommertag nun doch zu Neige ging. Ich setzte mich auf einen größeren Stein und blickte auf das ruhig dahinfließende Wasser. Meine Gedanken versenkten sich darin und wurden von den immer währenden kleinen Wellen davon getragen.

Die aufkommende Stille.
Alles geschah ohne die geringste Anstrengung. Ich trat in die aufkommende Ruhe ein und ließ meinen Blick absichtslos über den Strom schweifen. "Meditation ist Schönheit. Schönheit ist Meditation", sagte der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy einmal. Und tatsächlich, wie treffend mir diese Worte doch jetzt erschienen! Die Schönheit des Flusses, die Schönheit der letzten Abendstrahlen, wie sie schwerelos über den Strom glitten und ihn in ein sphärisches Licht tauchten, die Schönheit der Stille, welche dieses Schauspiel stumm begleitete und nicht zuletzt das Wiegen der mächtigen Baumkronen am Rheinufer, als wollten sie damit ihre wortlose Begeisterung kundtun. Und langsam, langsam brach die Nacht herein. Verebbt war das Spiel der Natur, wie auch der Tanz meiner Gedanken - um mich herum meditierte die Welt, bis zum ewigen Neubeginn der täglichen Wiederkehr.

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